Idealgewicht-Rechner
Finde deine gesunde Gewichtsspanne – als ehrlicher Bereich und nach vier klassischen Formeln.
Kurz gesagt
Ein einzelnes Idealgewicht gibt es nicht – die belastbare Antwort ist eine Spanne. Sie ergibt sich aus einem BMI von 18,5 bis 24,9 und beträgt bei 175 cm Körpergröße 57 bis 76 kg, für Männer und Frauen gleich. Die vier klassischen Formeln liefern für dieselbe Größe Einzelwerte zwischen 68,7 und 72 kg (Mann) bzw. 64,1 und 66 kg (Frau). Diese Zahlen stammen aus der Medikamentendosierung und kennen weder Statur noch Muskelmasse; sie sind eine Größenordnung, kein Zielwert.
Gibt es das eine Idealgewicht?
Nein. Zwei Menschen mit gleicher Größe und gleichem Gewicht können völlig unterschiedlich gebaut sein – und beide gesund. Deshalb arbeitet die Medizin nicht mit einem Punktwert, sondern mit dem Bereich, in dem die Sterblichkeit und das Risiko für Folgeerkrankungen statistisch am niedrigsten liegen. Nach der WHO-Klassifikation ist das ein BMI von 18,5 bis 24,9. Alles darin ist Normalgewicht; ob du am unteren oder oberen Rand liegst, sagt für sich genommen nichts über deine Gesundheit aus. Wie dein aktuelles Gewicht dazu passt, zeigt der BMI-Rechner.
Woher die vier Formeln kommen
Devine, Robinson, Miller und Hamwi sind keine Gesundheitsformeln. Die bekannteste stammt von B. J. Devine und wurde 1974 im Zusammenhang mit der Dosierung des Antibiotikums Gentamicin veröffentlicht: Ärzte brauchten ein normiertes Bezugsgewicht, um Wirkstoffmengen zu berechnen, ohne dass sehr schwere Patienten überdosiert werden. Die späteren Varianten von Robinson, Miller und Hamwi verfolgen dasselbe Ziel und funktionieren identisch – ein Basisgewicht bei 152 cm (5 Fuß) plus ein fester Aufschlag für jeden weiteren Zoll Körpergröße. Sie unterscheiden sich ausschließlich in diesen zwei Zahlen.
Daraus folgt ihre größte Schwäche: Sie kennen nur Größe und Geschlecht. Knochenbau, Schulterbreite, Muskelmasse, Alter und Trainingszustand kommen nicht vor. Ein Kraftsportler und eine untrainierte Person gleicher Größe erhalten denselben Wert, obwohl ihr gesundes Gewicht 15 kg auseinanderliegen kann. Für 175 cm zeigt der Vergleich, wie eng die vier Formeln beieinander liegen – und wie klar sie unterhalb des oberen Endes der gesunden Spanne bleiben.
| Formel | Mann | Frau |
|---|---|---|
| Devine (1974) | 70,5 kg | 66 kg |
| Robinson (1983) | 68,9 kg | 64,1 kg |
| Miller (1983) | 68,7 kg | 65,2 kg |
| Hamwi (1964) | 72 kg | 65,1 kg |
Gesunde Gewichtsspanne nach Körpergröße
Die folgende Tabelle rechnet die WHO-Spanne für gängige Körpergrößen aus. Sie gilt für Erwachsene, unabhängig vom Geschlecht. Auffällig ist, wie breit die Bereiche sind: Bei 180 cm sind 21 kg Unterschied noch immer Normalgewicht. Genau diese Breite macht deutlich, warum eine einzelne Zielzahl kaum weiterhilft.
| Körpergröße | Gesunde Spanne | Breite der Spanne |
|---|---|---|
| 155 cm | 44–60 kg | 16 kg |
| 160 cm | 47–64 kg | 17 kg |
| 165 cm | 50–68 kg | 18 kg |
| 170 cm | 53–72 kg | 19 kg |
| 175 cm | 57–76 kg | 19 kg |
| 180 cm | 60–81 kg | 21 kg |
| 185 cm | 63–85 kg | 22 kg |
| 190 cm | 67–90 kg | 23 kg |
| 195 cm | 70–95 kg | 25 kg |
Rechenbeispiel
Beispiel: Frau, 34 Jahre, 168 cm, 68 kg.
- Gesunde Spanne: Größe in Metern quadrieren (1,68 × 1,68 = 2,8224), dann mit 18,5 und 24,9 multiplizieren. Ergebnis: 52 bis 70 kg.
- Einordnung: Mit 68 kg liegt sie im oberen Bereich dieser Spanne – 16 kg über dem unteren und 2 kg unter dem oberen Rand, also klar im Normalgewicht.
- Formelwerte: Devine ergibt 59,6 kg, Hamwi 59 kg. Beide liegen unter ihrem aktuellen Gewicht, ohne dass daraus ein Handlungsbedarf folgt – sie liegt im gesunden Bereich.
- Konsequenz: Statt eines Zielgewichts lohnt der Blick auf Körperzusammensetzung und Taillenumfang. Wer trotz gesunder Spanne unzufrieden ist, verändert meist eher den Körperfettanteil als die Zahl auf der Waage.
Was mehr über dich sagt als ein Zielgewicht
Vier Größen sind aussagekräftiger als eine Idealgewichts-Zahl. Erstens der Körperfettanteil: Er trennt Fett- von Muskelmasse und erklärt, warum zwei Menschen mit gleichem Gewicht unterschiedlich aussehen. Zweitens das Verhältnis von Taille zu Körpergröße – ein Wert unter 0,5 gilt als unauffällig und erfasst das stoffwechselaktive Bauchfett besser als jede Ganzkörperzahl. Drittens Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden: Schlaf, Energie im Alltag und Trainingsfortschritt reagieren früher als die Waage. Und viertens die Ernährung selbst – wie viel du tatsächlich brauchst, zeigt der Kalorienrechner.
Praktisch heißt das: Nimm die Spanne als Rahmen, nicht als Prüfung. Liegt dein Gewicht darüber, ist ein moderates Tempo von rund 0,5 kg pro Woche sinnvoll und meist dauerhaft haltbar. Liegt es darin, brauchst du kein neues Zielgewicht, sondern höchstens ein Ziel für deine Körperzusammensetzung.
Häufige Fragen
Was ist mein Idealgewicht? +
Ein einzelnes Idealgewicht gibt es nicht. Belastbar ist eine Spanne, die sich aus einem BMI von 18,5 bis 24,9 ergibt: bei 175 cm sind das 57 bis 76 kg, bei 165 cm 50 bis 68 kg. Innerhalb dieser Spanne ist kein Wert medizinisch „besser“ als ein anderer – entscheidend sind Körperzusammensetzung, Blutwerte und Wohlbefinden.
Welche Idealgewicht-Formel ist die beste? +
Keine der vier Formeln ist einer anderen wissenschaftlich überlegen, weil sie alle dasselbe Prinzip nutzen: ein Basisgewicht bei 152 cm plus einen festen Aufschlag je Zoll Körpergröße. Sie unterscheiden sich nur in diesen beiden Zahlen und liegen deshalb bei 175 cm nur rund 3,3 kg auseinander. Nutze sie als Größenordnung, nicht als Zielwert.
Ist das Idealgewicht bei Männern und Frauen unterschiedlich? +
Die BMI-Spanne ist für beide Geschlechter identisch, weil der BMI nur Größe und Gewicht kennt. Die klassischen Formeln rechnen für Frauen dagegen ein niedrigeres Basisgewicht an – bei 175 cm ergibt das je nach Formel 3,5 bis 6,9 kg weniger als für Männer. Der eigentliche Unterschied liegt im typischerweise höheren Körperfettanteil bei Frauen.
Warum liegt mein Idealgewicht nach Formel unter meiner BMI-Spanne? +
Weil die Formeln eine schlanke Durchschnittsstatur unterstellen und in der Mitte bis unteren Hälfte der gesunden Spanne landen. Wer breit gebaut oder muskulös ist, wiegt bei bester Gesundheit deutlich mehr, als die Formel ausgibt. Ein Wert oberhalb des Formelergebnisses ist kein Warnsignal, solange du in der BMI-Spanne liegst.
Welches Gewicht ist für mich realistisch? +
Orientiere dich an deiner bisherigen Gewichtsgeschichte: Ein Gewicht, das du früher über Monate ohne Verzicht gehalten hast, ist realistischer als der untere Rand der BMI-Spanne. Plane Veränderungen mit rund 0,5 kg pro Woche und prüfe zusätzlich Körperfettanteil und Taillenumfang, statt nur die Waage zu beobachten.
Quellen
- World Health Organization: Obesity and overweight – Fact sheet.
- Devine BJ: Gentamicin therapy. Drug Intelligence & Clinical Pharmacy 1974;8:650–655 (Ursprung der Devine-Formel).
Zuletzt geprüft: Juli 2026. Wie wir rechnen und welche Formeln wir warum einsetzen, steht in der Methodik.
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